Ex-Abonnentin vs. ChefredakteurLind - Patterer: "Ein falscher Ton schlich sich ins Blatt"

Gabriele Lind, 62, hat nach Jahrzehnten die Kündigung ihres Abonnements eingereicht. Sie hadert mit der politischen Ausrichtung. Die Zeitung habe Sebastian Kurz geschont und Elke Kahr, die Wahlsiegerin der Grazer KPÖ, zu einem Dämon stilisiert. Wir luden die verärgerte Leserin zu einem Gespräch in die Redaktion.

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Die wache Leserin Gabriele Lind hat als Abonnentin genug. Der Chefredakteur lud sie zu sich ein © 
 

In Ihrem Abschiedsbrief lassen Sie eine schleichende Entfremdung anklingen. An welchen Punkten hat sie sich entzündet?

Kommentare (46)
Lodengrün
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Ich finde die Argumente

der Dame treffen den Kern der Sache hervorragend. Die Kündigung war ihr einziger Weg der Dinge die sie beobachtete aus dem Weg zu gehen. Was hat man nur für ein tägliches Trara um Herrn Kurz in seiner Primetime aufgeführt. Da musste jeden Tag ein Foto ins Blatt. Besonders beliebt eines mit einem internationalen VIP. Ja woher kamen die sonst als von seiner PR Abteilung. Viele Forumsmitglieder kritisierten das. Was machte man? Nichts!!! Ja und bei Frau Kahr übernahm man die Bedenken von den Herren Nagl und Eustacchio. Klar, die Betriebe werden bei ihr abwandern, Flüchtlinge sonder Zahl in Graz einfallen. Und Herr Patterer. Der Fall Kurz erregte die internationalen Gemüter, Frau Kahr ist zu sehr Randerscheinung um Reaktionen auszulösen.

hfg
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Wenn sie die Blattlinie nicht aushält

würde mich interessieren, was es für regionale Alternativen für Informationen es gibt. Die Redaktion der KLZ versucht zumindest einigermaßen ausgewogene Berichterstattung, aber man kann es natürlich nicht jeden recht machen. Es ist ohnehin nötig sich in mehrere unterschiedlicher Medien zu Informieren, damit man sich selbst ein Bild machen kann. Alleine durch die Regionalität komme ich an der KLZ nicht vorbei.

Lodengrün
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Da kann ich @hfg nicht widersprechen

Man kommt ohne Regionalzeitung nicht aus. Und da wären wir bei der Kleinen. Wie wir subjektiv sind so kann auch unsere Zeitung nicht aus, ihre Meinung zu haben. Ein wenig kann sie auch ihren „Stall“ nicht verleugnen aus dem sie kommt. Das äußert sich zum Beispiel dadurch das unser LH keine Kritik erfährt. Was er und seine Leute machen ist stets in Ordnung. Was die Dame und auch wir brauchen. Den Input einer FAZ, NZZ, einer Süddeutschen,… . Das zerreißt die kleine Welt, öffnet den Horizont.

Kleine Zeitung
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Grundlegende Richtung

Sehr geehrte(r) Lodengrün,
wir berichten über jegliche Partei, jede Politikerin und jeden Politiker und deren Arbeit kritisch - so, wie man es von einer unabhängigen Tageszeitung erwartet. Hier auch unsere grundlegende Richtung:
"Die KLEINE ZEITUNG ist eine von allen politischen Parteien und Interessenvertretungen unabhängige Tageszeitung. Sie steht auf dem Boden christlicher Weltanschauung, tritt für eine plurale, demokratische Gesellschaftsordnung, die Eigenständigkeit der Bundesländer und die völkerrechtliche Unabhängigkeit der Republik Österreich ein und begrüßt den europäischen Einigungsprozess."
Mit freundlichen Grüßen aus der Redaktion

hfg
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Grundsätzlich sollte trotzdem ein jeder

Redakteur oder Gast auch die Möglichkeit haben seine subjektive Meinung, eventuell sogar sehr abweichend von der Blattlinie darzustellen. Das ist und wäre sehr befruchtend. Übrigens fehlt mir das etwas in der KlZ, es sollten bzw. könnten durchaus mehr konträre Kommentare geschrieben werden.

Lodengrün
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Genau @hfg

Für eigene Meinung, sofern sie nicht von außen instrumentalisiert werden bin ich dankbar. Sie sind befruchtend auch wenn ich nicht d’accord gehe.

Lodengrün
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Ich will

mich nicht auf einen ausführlichen Diskurs einlassen aber dass unser Herr Kurz täglich äußerst wohlwollend behandelt wurde ist eben aufgefallen. Keine Debatte betreffend Strategiepapier die schon Hinweis auf seinen Charakter gaben wurde geführt. Und da hat er schon ausreichend nicht die Wahrheit gesagt. Sein Wendehals bezüglich unterschriebenem Rauchverbot ging auch im Alltag unter.

Ulfi_Hautberget
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Politische Färbung

Für mich hat sich eine gewisse politische Färbung der Kleinen Zeitung spätestens da gezeigt, als von ihr als einzige Zeitung als mögliche "untadelige" Nachfolger für Kurz nur Namen aus seinem engsten Umfeld wie Nehammer, Edstadler oder Köstinger (sic!) ins Spiel gebracht wurden. Hätte nur noch gefehlt, dass Blümel oder Schmid genannt werden...

bundavica
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Die Online

Kleine ist nun wirklich nicht die Offenbarung.... Da haben sie genug Luft nach oben. Clickbaiting, Rechtschreibfehler und falsch recherchierte Artikel sind eigentlich an der Tagesordnung...

Kleine Zeitung
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Kritik

Sehr geehrte(r) bundavica,
nichts liegt uns ferner als Clickbaiting. Titel müssen den Inhalt des Artikels kurz und prägnant zusammenfassen, jedoch sollte die Userin/der User bereits anhand des Titels wissen, wovon der Artikel handelt. Jedoch ist Clickbaiting niemals unsere Intention. Wir sind uns aber bewusst, dass mitunter leider Rechtschreibfehler passieren und entschuldigen uns dafür.
Weiters behaupten Sie, dass wir Artikel falsch recherchieren. Wir würden Sie bitten uns mitzuteilen, bei welchen Artikeln dies Ihrer Meinung nach geschieht. Wir recherchieren unsere Artikel sehr genau und gewissenhaft und würden gerne auf Ihre Kritik Bezug nehmen, noch dazu, nachdem Sie behaupten, dies sei an der "Tagesordnung". Daher ersuchen wie sie uns Beispiele zu nennen, wo wir Artikel mit falschen Inhalten veröffentlicht haben, damit wir dazu Stellung nehmen können.
Mit freundlichen Grüßen aus der Redaktion

bundavica
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Siehe

Kommentar Scionescio....danke!

scionescio
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@KLZ: wie war das gestern mit der reißerischen Headline über einen Polizisten der beinahe einen Bürger auf der A2 umbringt?

Ein Großteil der Artikel wird ungeprüft von APA & Co übernommen- eigene Artikel erkennt man zunehmend an der Häufung von Rechtschreibfehlern …
Ich habe schon öfters den Versuch unternommen, offensichtlich ohne Recherche übernommene Beiträge im technischen Umfeld durch leicht überprüfbare Fakten richtigzustellen- sehr oft hat das dann zur Löschung des Kommentars geführt!
Statt weiter jede Haiattacke als lächerlichen Clickbait zu nutzen, sollten die Redaktion auf berechtigtes Feedback nicht mit einer lächerlichen Trotzhaltung reagieren, sondern eher das eigene Abdriften in Richtung regierungstreuem Boulevard kritisch hinterfragen.

bundavica
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Danke

Für diesen Kommentar. Sehr treffend formuliert.

altbayer
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Ausgeglichen

Manchmal habe ich in KLZ auch das Gefühl, dass manche Redakteure den Falter links überholen möchten - vor allem am Wochenende kann man gut erkennen, wer gerade Dienst hat - schweift es zu weit nach links oder rechts ab, gibt es einen Kommentar vom Chefredakteur, der wieder das Pendel einrichtet.
In diesem Interview erkennt man die abgrundtiefe Abneigung der Dame gegen Kurz - die gibt es sicher schon länger, also sind die Berichte für sie subjektiv zu lesen.

migelum
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Meines Dafürhaltens gefällt sich die Hundedame in unverhältnismäßiger

Übertreibung und erfreut sich ebenso unverhältnismäßiger Zuwendung der Chefredaktion. Bin mit der Blattlinie betr. die beiden Politbaustellen völlig d'accord und bliebe auch Abonnent, wenn dies nicht so wäre. Und nein, ich habe nicht einmal einen Hund!

Carlo62
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Ob die gute Frau…

…das politische Manifest der KPÖ gelesen hat, welches auf der Webseite der KPÖ Graz zu lesen ist?

Alfa166
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Wieso sollte sie es gelesen haben, wenn sie Elke Kahr als Mensch gewählt hat

und nicht als Kommunistin?

Carlo62
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@Alfa

Eben WEIL sie Elke Kahr gewählt hat und nicht das, wofür die KPÖ (und damit auch Fr. Kahr) in Wirklichkeit steht!

SoundofThunder
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🤔

Für was steht die KPÖ? Für was steht die FPÖ? Wer war in Weißrussland und hat Lukaschenko die Hände geschüttelt und nach Österreich eingeladen?

Carlo62
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Mir sind alle Extreme zuwider!

Wo die KPÖ extrem links ist, ist die FPÖ extrem rechts. Und ich behaupte, dass mehr als 90% der Grazer KPÖ-Wähler nicht wissen, wofür die KPÖ wirklich steht. Wüssten sie es, würden Ihnen nachträglich die Haare zu Berge stehen. Noch nie hat in der Geschichte ein kommunistisch geführter Staat für die Freiheit der Bürger gesorgt. Der letzte europäische kommunistisch regierte Staat ist, Gottseidank, 1989 zusammengebrochen. Man kann die Bürger heute noch befragen, wie dort die „Freiheit“ ausgehen hat.

scionescio
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@Carlo: dem ist absolut zuzustimmen…

… aber ich glaube, dass 90% die Frau Kahr gewählt haben, weil sie als Mensch integer ist und ihr politisches Amt im Sinn der Menschen nützt - nichts davon trifft meiner Meinung nach auf die FPÖ Politiker zu!

Ich glaube aber auch, dass viele arbeitende Türkis-Wähler keine Ahnung vom Parteiprogramm haben (weil sie sich sonst selbst schaden würden) und den Herrn Kurz gewählt haben, weil er ja so ein hübscher Bub ist und von seiner persönlichen Marketingtruppe zu Typus „Lieblingsschwiegersohn“ aufgebaut wurde - welcher Abgrund hinter der Fassade steckt, ist nun durch die Chats allerdings belegt.

Wo ist daher der große Unterschied- Wähler wählen Menschen und weniger Parteiprogramme!

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