Kunsthalle WienEntlarvung mit Würmern und Larven

Die Kärntnerin Ines Doujak knöpft sich in der Schau „Geistervölker“ in der Wiener Kunsthalle Pandemien, Ekel und Konsum vor – punktgenau und verführerisch.

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Ein Werk von Ines Doujek aus 2016, das nun skulpturale Formen annimmt: "Geistervölker" © Kunsthalle Wien
 

Schöne neue ekelige Welt: Die Pappmascheefrau in Rosa steht in der Mitte des großen Ausstellungsraums in der Kunsthalle Wien. Kopfüber gebückt, ohne Kleidung. Aus ihrem Hintern winden sich rotierend rosa Würmer. Ein Statement mit Aussagekraft – vor allem über den Humor der gebürtigen Klagenfurterin Ines Doujak. Ihr Kommentar: „Ekel ist für mich keine Komponente.“ Poppige Kritik an Kapitalismus, Kolonialismus und Geschlechterrollen schon. Die Retrospektive mit dem mysteriös anmutenden Titel „Geistervölker“ zeigt ihr ungemein vielfältiges Œuvre. Und ihre Bestandsaufnahme über Seuchen und soziale Ungleichheiten mogelt sich mit den grellsten Mitteln der Verführungskunst unverfroren in die tiefsten Gehirnregionen vor.

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