Keine Zeit zu sterbenSo ist der neue Bond-Film: Die Welt retten in Hosenträgern

Ab 30. September im Kino: Daniel Craig verabschiedet sich in "Keine Zeit zu sterben" fulminant von seiner Paraderolle als Bond, James Bond.

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Drinks, Sex, Boliden und Action - alles da im 25. Bond-Film "Keine Zeit zu sterben" © AP
 

Bewertung: ****

We have all the Time in the World“ singt Louis Armstrong im Abspann dieses James-Bond- Films, angeblich das drittbeliebteste Hochzeitslied aller Zeiten. Und nein, wir befinden uns nicht wieder im Jahr 1969 mit George Lazenby „On Her Majesty’s Secret Service“. Der 25. Jubiläums-007 „Keine Zeit zu sterben“ feiert mit diesem Bond-Song den Abschied von der Ära Daniel Craig. Auch seine Kulturfigur wird noch vor der klassischen Titelsequenz von der Vergangenheit eingeholt. Im wohlverdienten Ruhestand im touristisch-malerischen Italien stören Bond nicht nur bewaffnete Kämpfer. Auch die Beziehungsidylle mit Freundin Madeleine Swann bekommt einen Riss. Nicht Pech, sondern schlechtes Urteilsvermögen sei das, meint James selbstkritisch.
Im Grunde dreht sich der lang ersehnte Bond-Film eher um Madeleine als um ihren James. Ihr gehört die winterliche Rückblende als Einstiegsszene des Films, ihre Geheimnisse geben den Takt des Verwirrspiels an, gegen das der Geheimagent über 163 Filmminuten an mehreren Fronten ankämpft – mit Christoph Waltz als altem und Rami Malek als neuem Bösewicht. Die Story ist ein Familiendrama mit ungewöhnlich vielen Toten, nicht nur unter den namenlosen Fußsoldaten. Auch wenn die Intrigen im Eifer der vielen Gefechte nicht wirklich aufgelöst werden, geben sie dem Film doch Spannung und stimulierendes Tempo.


Rhythmisch findet Regisseur Cary Joji Fukunaga den passenden Mix zwischen souveränen Action-Sequenzen und einigen (Wieder)Begegnungen samt mehr oder weniger pathetischen Wortwechseln. Dabei gibt es auffällig stylishe Verfolgungsjagden für die Kfz-Sponsoren sowie Sets, die in Jamaika und Kuba leider etwas austauschbar in Szene gesetzt sind. Der überlange Showdown geht in einem unterirdischen Bunker auf einer abgelegenen Insel über die Bühne. Ohne den Nostalgie-Faktor zu übertreiben, ist James Bond dort wohl zu Hause angekommen: Weltrettung mit Hosenträger-Outfit und Gadget-Uhr. Ob das Ziel der Produktionsfirma aufgeht, 007 in ein modernes Franchise zu transformieren, wird sich mit neuer Besetzung weisen. Craig hat sich gebührend verabschiedet.

Bond-Premiere: William & Eilish: Alle waren da

Noch einmal stand Daniel Craig am Dienstagabend im Mittelpunkt einer Bond-Weltpremiere. Nach "No time to die" ist für den 53-jährigen Briten Schluss.

AFP/APA

Lashana Lynch mit Daniel Craig und Lea Seydoux, die vor der Premiere mitteilte, nicht als Bond-Girl bezeichnet werden zu wollen.

AFP

Billy Eilish steuerte den Bond-Song bei. Ihre Ballade "No time to Die" wurde im Februar 2020 veröffentlicht. Bis zur Premiere des Films sollten noch eineinhalb Jahre vergehen.

AP

Was Camilla, Duchess of Cornwall und Ehefrau des britischen Kronprinzen Charles, mit Daniel Craig plauderte ist leider nicht überliefert.

AP

Camilla und Charles ließen sich die Premiere nicht entgehen.

AP

Ebenso wenig Charles' Sohn William mit seiner Frau Kate.

AP

Lea Seydoux bezauberte bei der Weltpremiere in einer Traumrobe und zog alle Blicke auf sich. 

AFP/APA

Die 36-Jährige aus Frankreich verkörpert in "No time to Die" Madeleine Swann.

AFP/APA

Ihren letzten Bond-Auftritt hatte Judi Dench (86) in "Skyfall". Trotzdem bleibt sie der 007-Familie verbunden.

AFP/APA

Der Teamchef des Red Bull-Rennstalls in der Formel 1, Christian Horner, trat mit seiner Ehefrau, dem Ex-Spice Girl Geri Horner vor die zahlreichen Kameras.

AFP/APA

Hans Zimmer, eine Legende der Filmmusik, am Dienstagabend in London.

AFP/APA

Lashana Lynch mit Rami Malek. Der US-Schauspieler mimt den Bösewicht.

AFP/APA

Lashana Lynch mit Prinz Charles.

AFP/APA
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Kommentare (2)
pescador
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1
Lesenswert?

Aber Vorsicht!

Das neue Bond-Girl will nicht als Bond-Girl bezeichnet werden!

griesbocha
1
3
Lesenswert?

Aus Sorge vor Spoilern konnte ich in den Artikel nur kurz "hineinstöbern".

Sogar vom "überlangen Showdown im Bunker" wird hier berichtet. Weiter habe ich dann wirklich nicht gelesen.
Eine gute Kritik kommt auch ohne Spoiler aus.