Filmkritik"Zombi Child" von Bertrand Bonello: Zugkraft und Mystery-Coolness

In seinem neuen Film "Zombi Child" erzählt Bertrand Bonello vom haitianisch-französischen Erbe des Kolonialismus. Neu im Kino.

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Neu im Kino: "Zombi Child" © (c) © Viennale
 

Bewertung: ***

Teenager-Internate finden sich eher selten in ernsthaften Arthouse-Filmen. Der französische Regisseur Bertrand Bonello hat mit „Zombie Child“ nun einen spannenden Ausflug in eine Pariser Mädchenschule unternommen. Das haitianische Waisenmädchen Mélissa darf als Enkelin eines Ehrenlegionärs auf’s Elite-Internat. Bei mitternächtlichen Seáncen vertraut sie ihr Familien-Geheimnis den Mitschülerinnen an. Dazwischen springt Bonello in Fragmenten immer wieder ins Haiti der 1960er Jahre zu Mélissas Großvater Clairvius Narcisse. 

Kraftvoll und sinnlich, aber zugleich auch etwas konstruiert, erzählt Bertrand Bonello dabei vom haitianisch-französischen Erbe des Kolonialismus. Zombiefikation ist hier auch eine symbolische Variante der Sklaverei auf den Zuckerrohrfeldern. Auch wenn „Zombi Child“ am Ende narrativen Fokus vermissen lässt, hat der Film mit opulenten Bildern und vom Regisseur selbst komponierter Musik erstaunlich viel Zugkraft und Mystery-Coolness. 

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