Neu im KinoWas Sie nicht versäumen und worauf Sie verzichten können

"Queen Slim" als bewegtes Afro-Amerika, "7500" als fesselndes Kammerspiel, nichtssagender Horror mit "The Grudge", Kämperfisches aus Island und langatmiges Fantasymärchen "Vier zauberhafte Schwestern". Alle neuen Filme in der Kurzkritik.

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Aufregender Afro-Roadtrip: Queen & Slim im Kino © UPI
 

7500

Bewertung: ****

Haneke-Schüler Patrick Vollrath, einst für seinen Kurzfilm oscarnominiert, glückt mit seinem Spielfilmdebüt "7500" ein konsequenter und fesselnder Flugzeug-Thriller - und eine Visitenkarte für Hollywood. Im Kammerspiel, das nur im Schauplatz Cockpit inszeniert wurde, überzeugt Schauspielstar Joseph Gordon-Levitt ("Snowden"). Lesen Sie hier unsere ausführliche Kritik zum Film der Woche.

Queen & Slim

Bewertung: ****

Alles beginnt ganz harmlos: Die junge Anwältin Angela, genannt „Queen“, ist auf einem wenig versprechenden Tinder-Date mit Earnest „Slim“. Auf dem Nachhauseweg wird es für das afroamerikanische Pärchen bei einer Verkehrskontrolle eines weißen Polizisten schlagartig ernst. Wie spannend Regisseurin Melina Matsoukas (38) den intensiven Auftakt ihres Spielfilmdebüts inszeniert, lässt einen die Finger in den Kinosessel graben. Dann schickt sie ihr Duo auf eine Flucht durch die USA samt romantischer Annäherung, die an „Bonnie und Clyde“ denken lässt. „Queen & Slim“ trägt ein kraftvoller Stilwille mit politischem Unterbau. Damit reiht sich Matsoukas in eine neue Regie-Generation, die energiegeladene, kritische Arbeit liefert.

Milchkrieg in Dalsmynni

Bewertung: ****

Auch in isländischen Gegenden mit unaussprechlichen Namen passieren interessante Geschichten. Inga verliert ihren Mann, als er mit seinem Lkw einen Bergabhang hinunterfährt. Er hat als Informant für die Agrargenossenschaft gearbeitet. Die Machenschaften der korrupten Bauernpartei stinken zum Himmel wie die Gülle, die Inga auf den Feldern ihres verschuldeten Hofes verteilt. Die resolute Witwe lässt sich die Erpressungen allerdings nicht länger bieten und versucht, eine Gegengenossenschaft zu gründen. Grímur Hákonarson hat schon in „Sture Böcke“ Gefühl für die ländlichen Dramen bewiesen. Ruhig und gezielt, aber ohne Provinzkitsch erzählt er von einer Kämpferin, stark gespielt von Arndís Hrönn Egilsdóttir.

Vier zauberhafte Schwestern

Bewertung: **

Schwestern haben magische Kräfte – vorausgesetzt, sie halten zusammen. Disney hat mit „Vier zauberhafte Schwestern“ die gleichnamige Kinderbuchreihe von Sheridan Winn verfilmt. Die konventionell erzählte, langatmige Geschichte punktet in erster Linie durch die Zickereien von Katja Riemann als böse Zauberin Glenda, die Kröten spuckt, wenn sie sich aufregt.

The Grudge

Bewertung: *

Ein Fluch verfolgt alle, die das „Haunted House“ betreten. Die großartige Andrea Riseborough („Mandy“) spielt in diesem Horrorfilm eine Polizistin und tappt Regisseur Nicolas Pesce in die verfluchte Falle. Nichtssagendes Remake-Sequel der US-Adaption eines Japan-Horrors, verwirrend auf drei Zeitebenen und mit wenig-kreativen Schockmomenten erzählt.

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