EssaySalzburg oder die Kunst als Marke

Vielleicht sollte man versuchen, Salzburg als einen Ort zu denken, in dem die Kunst einfach sie selbst sein darf – zur Besetzung des Präsidentenamts der Salzburger Festspiele mit einer Marketing-Expertin.

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Seit einigen Tagen hat das bedeutendste Kunstfestival des Landes eine neue Präsidentin. Die international erfahrene Marketing-Expertin Kristina Hammer soll nach den Worten von Landeshauptmann Haslauer „die Premiummarke Salzburger Festspiele schützen, ausbauen und schärfen“. Alles scheint zu passen. Jemand, der sich mit der Pflege von Marken auskennt, soll sich um eine anerkannte Marke kümmern. Die Aufforderung zum Markenschutz will in diesem Zusammenhang zwar nicht so recht einleuchten, zumindest ist nicht bekannt, dass etwa die Bayreuther oder Bregenzer Festspiele daran denken, das begehrte Label „Salzburg“ in ihren Namen aufzunehmen. Doch sei es, wie es sei: Marke klingt immer gut, und wenn ein „Premium“ davorsteht, umso besser. Der unbedarfte Zeitgenosse sieht die Kunst dann allerdings in einer Reihe mit Biersorten, Lachs aus Fischzuchtanlagen und Eiscreme aus dem Supermarkt. Liegt in einem inflationär allen möglichen Produkten zugeschriebenem Etikett tatsächlich die Zukunft der Festspiele?

Kommentare (1)
zweigerl
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Festivalsinhärente "Marke"

Salzburg ist kein Labor für moderne Kunstexperimente, sondern ein traditionsreiches KUnstunternehmen mit hoher touristischer Umwegrentabilität. Somit "die Marke" festivalsinhärent. Auch Frau Stadler sah das vermutlich so.