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Premierenkritik Oper GrazMehr als ein Musical: "Anatevka" über eine Welt, die sich ändert

Eine Sternstunde des Musicals der anderen Art gelingt Regisseur Christian Thausing bei seinem Debüt am großen Haus. Mit Humor und Wehmut ohne Rührseligkeit bringt er "Anatevka" auf die Grazer Opernbühne. Er lässt das Publikum ins zaristische Russland um 1905 reisen, überlässt ihm dabei aber wie bei einem Gemälde Raum zur Selbstinterpretation und -reflexion.

Szene aus "Anatevka" © KMETITSCH/OPER GRAZ
 

Gäbe es Corona nicht, würde man dem Team um Regisseur Christian Thausing (Choreografin Evamaria Mayer, den Ausstattern Okarina Peter & Timo Dentler sowie Lichtdesigner Sebastian Alphons) und dem sowohl balanciert singenden als auch glaubhaft spielenden Duo Ivan Orescanin und Susan Rigvava-Dumas, das das tolle Ensemble anführt (stellvertretend erwähnt: Josephine Renelt, Mario Lerchenberger), minutenlang "Bravo" zurufen. Doch die Welt hat sich geändert, das Aerosol eine neue Bedeutung. Und die Welt ist auch im Umbruch im russisch-jüdischen Dorf (Schtetl) Anatevka um 1905, auch wenn man sich dort dessen noch nicht richtig bewusst sein will. Und Traditionen hoch hält. Doch es nähern sich neben neuen guten Ideen und Selbstbestimmung auch das Grauen und Vertreibung.

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