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Ö1-Legende"Guglhupf"-Kabarettistin Lore Krainer gestorben

Lore Krainer starb nach langer Krankheit mit 89 Jahren. Staatssekretärin Andrea Mayer würdigte sie als "eine der wichtigsten kabarettistischen Stimmen der Nachkriegszeit".

Erlebnis Oesterreich 'Brennheiss serviert. Der Guglhupf zum Schmunzeln.'
Lore Krainer leitete ab 1988 die Kabarettsendung "Guglhupf" auf Ö1. Im Bild mit Herbert Prikopa (1935-2015), Kurt Sobotka (1930-2017). © ORF
 

Für ihre Chansons "mit Senf" wurde sie zum Publikumsliebling, für den satirischen Ö1-"Guglhupf", der jeden Sonntag serviert wurde, war sie über drei Jahrzehnte die prägende "Rosine": Die Sängerin und Komponistin Lore Krainer, Grande Dame in der Männerdomäne des Wiener Kabaretts und legendär für ihre gewitzten Lieder, ist heute, Freitag, 89-jährig in ihrem Haus in Oberwaltersdorf gestorben.

Lore Krainer wurde am 4. November 1930 in Graz geboren und studierte am Konservatorium Klavier. Nach dem Krieg war sie am Grazer Theater Neuber engagiert, danach stellte sie ein Studentenkabarett mit anschließender Tournee zusammen. Von 1950 bis 1965 arbeitete sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Buffo-Tenor Günther Krainer, als Pianistin und Entertainerin in der Schweiz. 1968 kehrten die beiden nach Graz zurück und führten den "Girardi-Keller", ein Spezialitätenrestaurant im Geburtshaus von Alexander Girardi. Zwischendurch setzte die Krainer sich ans Klavier und sang für die Gäste.

Mehr als 3.000 Lieder

Zu Beginn der 70er-Jahre begann sie dann, eigene Chansons zu schreiben. Gerhard Bronner "entdeckte" sie und produzierte mit ihr die Schallplatte "Menschen, Mäuse und Lipizzaner". Neben weiteren Plattenaufnahmen folgten Chansonabende wie "Krainer mit Senf" oder "So wahr ich Krainer heiß". 1974 übersiedelte sie nach Wien, und 1975 nach Oberwaltersdorf bei Baden.

Von 1988 bis 2009 leitete sie mit Kurt Sobotka den Ö1-"Guglhupf", den sie seit 1978 mitgestaltete. Außerdem bearbeitete sie Theaterstücke und musikalische Bühnenwerke und hat einige Bücher geschrieben, u.a. "Im Guglhupf - 16 Jahre Zeit im Ton". Als Kommentatorin des Zeitgeschehens ist Krainer allerdings nicht nur aus dem Sonntagsradio bekannt: Mehr als 3.000 Lieder hat sie im Laufe ihrer Karriere für Kleinkunstbühnen komponiert und geschrieben.

Krainer war aber nicht nur die Grande Dame des Wiener Kabaretts, sondern auch die Doyenne des österreichischen Tarock. Die leidenschaftliche Königruferin gewann so manches Turnier und ließ es sich auch nicht nehmen, ihrer Leidenschaft immer wieder öffentlich Ausdruck zu verleihen. Zu ihren zahlreichen Ehrungen zählten u.a. 1984 der Nestroy-Ring der Stadt Wien, 1985 das Goldene Ehrenzeichen des Landes Steiermark und 2003 das Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich. Im März 2005 wurde sie mit dem Berufstitel "Professor" ausgezeichnet, dem 2011 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien folgte.

Reaktion von Kulturstaatssekretärin Mayer

"Österreichs Kabarettszene hat mit dem Ableben von Lore Krainer einen großen Verlust erlitten. Sie gehörte zu den ersten Frauen, die die gläserne Decke der Kleinkunst in unserem Land durchbrechen konnten", so Kunst- und Kulturstaatssekretärin Andrea Mayer zum Ableben von Krainer:  "Ihre Stimme war eine der wichtigsten kabarettistischen Stimmen in der Nachkriegszeit. Als eine der größten satirischen Sprachkünstlerinnen im deutschsprachigen Raum hat sie über Jahrzehnte den Österreichern und Österreicherinnen Wahrheiten gesagt, die treffend aber wohl auch zuweilen schwer verdaulich gewesen sind."

Kommentare (7)

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FerdinandBerger
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9
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Der Gugelhupf

war Bildungsradio, subtil, fein und gescheit. Die staatlich finanzierten ORF-Comedians der Jetztzeit sind durchwegs nur zum Fremdschämen.

tintifax
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25
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Welch großartige Frau!

Ich ziehe meinen imaginären Hut in großer Anerkennung und Dankbarkeit für so viele großartige Kabarettstunden! Der "Guglhupf" und noch viel mehr macht sie unvergesslich! Und ebenso unvergesslich als Doyenne des österreichischen Tarock! R.I.P, liebe Lore Krainer

brosinor
0
28
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Der Guglhupf...

....das waren noch Zeiten.....als dem Wissen, der Bildung und dem Intellekt noch Raum gegeben wurde.

pianofisch
0
23
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Danke !

SIe hat mir viele kluge Gedanken und Sichtweisen in Ihren Liedern vermittelt. Eine Ausnahmetalent.
Vielen Dank. R.I.P.

hermannsteinacher
0
12
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Sit ei

terra levis!

Hildegard11
0
28
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Der "Gughupf"...

....war wirklich eine tolle Sendung. Danke im Nachhinein.

Pelikan22
2
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Die Dame mit der "g'schianen" Stimm ...

fehlt in der Kaberettszene! Da war Sinn drinnen, net wia heut, lauter Unsinn! RIP