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Twitter statt Pressearbeit Journalisten bekommen bei Tesla auf Anfragen keine Reaktion mehr

Elon Musk will nicht mehr mit Journalisten kommunizieren: Tesla hat als erster Autobauer der Welt seine Pressearbeit eingestellt.

Elon Mush
Tesla-Boss Elon Musk © AP (Susan Walsh)
 

Was gibt es Neues bei Tesla? Für Journalisten wird es zunehmend schwierig, diese Frage zu beantworten. Laut einem Bericht des Branchenportals "Electrek" machte der US-Elektroautobauer unlängst seine Pressestelle dicht - als weltweit erstes großes Unternehmen der Automobilindustrie. Mails und Anrufe von Medien laufen am Firmensitz in Kalifornien mittlerweile ins Leere.

Bei Journalisten sorgt das Vorgehen für Verärgerung. "Ich habe seit Monaten keine Antwort mehr von Tesla erhalten", sagt Steve LeVine, Reporter des Portals "Medium", das sich auf den E-Auto-Sektor spezialisiert hat. "Ich kann nicht sagen, seit wie vielen Monaten. Aber ich kann mich an keine Antwort aus jüngster Zeit erinnern."

Wobei es noch nie die große Stärke des Elektropioniers war, Pressearbeit zu betreiben: Anfragen blieben auch in der Vergangenheit oft unbeantwortet, technische Daten wurden nicht herausgegeben, auf Kritik der Journalisten reagierte man harsch bis ungehalten.

Nicht nur in den USA gibt es für Journalisten keine Antworten mehr. Auch die Tesla-Niederlassungen in Europa und China reagieren nicht mehr auf Presseanfragen. Für die Autobranche ist das ein Novum, denn andere große Unternehmen pflegen enge Kontakte mit den Medien.

In Deutschland ist Tesla zuletzt ebenfalls nicht für Stellungnahmen zu erreichen gewesen. Als kürzlich auf der Baustelle für die Tesla-Fabrik in Grünheide bei Berlin kurzzeitig das Wasser abgedreht wurde, waren die deutschen Niederlassungen für AFP-Anfragen nicht zu erreichen. Lediglich der Wasserverband Strausberg-Erkner gab Auskunft und teilte mit, Tesla habe seine Rechnungen nicht bezahlt.

Jänner bis Oktober 2020: Das sind die meistverkauften Elektroautos 2020

Platz 10

272 verkaufte Stück bringen dem elektrischen Seat Mii den zehnten Rang.

SEAT

Platz 9

Platz 9 geht an den Opel Corsa-e, von dem heuer bislang 301 Stück verkauft wurden.

OPEL

Platz 8

Mit 356 verkauften Stück parkt der auslaufende VW e-Golf auf dem achten Platz. Das ist ein Minus von 46,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

VOLKSWAGEN

Platz 7

Der VW ID.3 stromert direkt in die Top 10: Er bringt es auf 452 Verkäufe und Platz 7 in der Zulassungsstatistik.

VOLKSWAGEN

Platz 6

Auf Platz 6 arbeitet sich der Audi e-tron vor, von dem heuer bisher 532 Stück verkauft wurden. Das bedeutet ein Plus von 62,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

AUDI

Platz 5

Der BMW i3 verbucht einen Absatz von 538 Exemplaren. Das macht Platz 5 und ein Minus von 46,6 Prozent.

BMW

Platz 4

637 Exemplare von Hyundais Kona Elektro wurden heuer bereits verkauft. Das macht ein Minus vom 2 Prozent. Damit liegt das SUV auf Rang 4.

HYUNDAI

Platz 3

Von der vollelektrischen Variante des Kia Niro wurden heuer bisher 890 Stück abgesetzt. Damit stromert der Koreaner auf Platz 3 und fährt ein Plus von 124,7 Prozent ein.

KIA

Platz 2

1653 Fans hat der Renault Zoe gefunden. Damit holt sich die kleine Französin den zweiten Rang und ein Plus von 97,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

RENAULT

Platz 1

Teslas Model 3 bringt es auf 2014 Verkäufe. Das bedeutet Platz 1 für das meistverkaufte Elektroauto 2019 und ein Minus von 2,2 Prozent.

TESLA
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Verstummt ist Tesla deshalb in der Öffentlichkeit nicht - im Gegenteil. Das liegt auch an Firmenchef Elon Musk, der sich über den Kurzbotschaftendienst Twitter mit Fans, Kunden und Kritikern gleichermaßen auseinandersetzt. Zudem stellt Tesla auf seiner Website Informationen für Investoren zur Verfügung und schickt Pflichtmitteilungen an die Finanzmärkte.

Nach Ansicht mancher Analysten braucht Tesla deshalb schlicht keine Presseabteilung mehr. Zudem ist es Teil der Firmenkultur, mit alten Gewohnheiten zu brechen. Das zeigt sich auch anderer Stelle: So ist Tesla der einzige große Hersteller, der in den USA seine Fahrzeuge direkt an die Kunden verkauft und Autohändler umgeht.

Aber auch Ärger über das verhaltene Medienecho auf den groß angekündigten "Tag der Batterie" Teslas im September könnte Musk dazu gebracht haben, die traditionelle Pressearbeit einzustellen. In einem Podcast-Interview mit der "New York Times" sagte der Tesla-Chef, die Berichte über die im September vorgestellte neue Technologie des Autobauers seien "traurig" gewesen. "Der Großteil der Berichterstattung war wirklich ein trauriger Spiegel ihres Verständnisses."

Bei der Veranstaltung kündigte Musk eine neue Batterie an, die mehr Leistung und eine größere Reichweite möglich machen soll, deren Einsatz aber noch mindestens 18 Monate bis drei Jahre auf sich warten lassen könnte. Auch die Börse reagierte auf die vage Ankündigung zwischenzeitlich mit einem Fall des Aktienkurses.

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Danke für Ihr Verständnis.

Mezgolits
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Zudem ist es Teil der Firmenkultur, mit alten Gewohnheiten zu brechen.

Vielen Dank - das meine ich auch = früher wurden auch wirtschaftliche Kfz
produziert aber bei Tesla - gibt es nur mehr Unwirtschaftliches. Erfinder M.

dude
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Die Reaktion der Journalisten sollte ganz einfach sein:

Nicht mehr darüber berichten!
"Stell' dir vor es wird der neue Tesla präsentiert und kein Journalist geht hin!"

scionescio
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Trump und Musk haben wohl mehr als nur ihre Vorliebe für Twitter und große Ankündigungen gemein ...

... beide vergessen gern, was sie gestern versprochen haben und kommen lieber mit neuen Versprechungen.
Bis Ende 2020 hat Musk versprochen, dass eine Million Teslas völlig autonom (ab Stufe 4) unterwegs sein werden und so für ihre Besitzer als autonome Taxis (ich kaufe mir um 100.000 Euro ein Auto und lasse es mir am WE von einem Besoffenen vollspeiben, damit ich 15 Euro einnehme ...) ihre völlig überteuerten Anschaffungskosten zurückverdienen werden - will jemand wetten, dass das nicht einmal in drei Jahren der Fall sein wird und das erste wirklich autonome Fahrzeug sicher nicht von Tesla sein wird?
Die Fanboys glauben ja eh jeden Schwachsinn und haben jede Vernunft ausgeschaltet - warum dann die lästigen Journalisten bei ihren Recherchen mit Fakten versorgen ... die Fassade beginnt immer mehr zu bröckeln!

schadstoffarm
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du kannst ja Tesla beraten

was er alles falsch gemacht hat und noch falsch machen wird. Die Leistung auf e-fuels gesetzt zu haben kann dir keiner mehr nehmen !

Kristianjarnig
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@schadstoffarm...

...ich vermute das Tesla recht "beratungsresistent" ist was man in der Vergangenheit bereits so erfahren hat und was man auch im Artikel hier liest. Die werden wohl auch auf Scionescio verzichten können obwohl speziell im Qualitativen Bereich externe Beratung recht wichtig wäre für diese Firma. Den Stammkunden scheint sowas nicht zu stören, darum wird es Tesla wohl auch nicht ändern..... Irgendwann wird dann halt der "harte Kern" zu wenig sein fürs Überleben vermute ich und man wird sich dann wohl etwas auskunftsfreudiger und kundenfreundlicher geben müssen.

Direktvertrieb ist natürlich auch eine ganz tolle Sache, da darf man sich als Konsument dann direkt gleich mit der ganzen Firma anlegen um Mängel beseitigt zu bekommen(wie gut das funktioniert sieht man ja am Beispiel VW mit den Sammelklagen die z.t. noch immer verzögert werden vom Konzern, da nützen dann nicht einmal "Händlers des Vertrauens" mehr) anstatt das mal, wie sonst, vollkommen "altmodisch" und unmodern, erst mal mit dem Händler seines Vertrauens zu klären. Klappt ja meist.

Aber man kann da schon die "Schläue" von Tesla erkennen, Kundenservice dann nur noch über den Computer, blöd halt wenn es Probleme mit der "Hardware" gibt bei einem so dünnen Servicenetz.

Mezgolits
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Vielen Dank - ... am Beispiel VW mit den Sammelklagen ...

Also: Wer sich so ein unwirtschaftliches Auto gekauft hat - hätte wissen
sollen: Zum Beispiel: Dieselverbrauch = 8 l/100 km = 80 l/1.000 km + 5 %
Ad = 0,8 x 5 = 4 l/1.000 km x 20 = 80 Liter AdBlue x 1 = 80 EUro + 80 x 20 =
1.600 Liter Diesel x 1 = 1.600+80 = 1.680 EUro für Diesel + AdBlue/20 tkm
= falls die 80 Liter AdBlue - vielleicht pro Jahr, nicht verbraucht wurden,
konnte die Abgasreinigung - NICHT funktionieren = für 80 EUR/Jahr. EM.

scionescio
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@Düsentrieb: wie wäre es mit ein paar Grundkenntnissen in Chemie?

Ihr geschätztes Verhältnis von Adblue und Diesel ist absurd und widerspricht der Reaktionsgleichung ...

Mezgolits
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5 % AdBlue = 4 l / 80 l Diesel / 1.000 km wären 100 l / 25.000 km.

Das bedeutet: Wer 25.000 km pro Jahr fahren und nur EINMAL pro Jahr
AdBlue nachfüllen möchte, hätte bei einem Verbrauch von 8 l Diesel /
100 km: Mindestens einen 100 Liter AdBlue-Tank gebraucht - oder
betrügen = die Betrogenen - haben auch betrogen = 100 EUR/Jahr